Der mit dem Salto rückwärts tanzte
Er war der Mann, der mit der Eisenkugel und einem Salto rückwärts im Berliner Olympiastadion die Zuschauer begeisterte. Der Bayer Simon Bayer (TSV Wasserburg, VfL Sindelfingen, LAC Essingen) wurde 2019 Deutscher Meister und entthronte dabei Doppel-Weltmeister David Storl.
„Zusammen mit dem DM-Titel in der Halle 2023 in Dortmund war dies natürlich der Höhepunkt meiner Karriere“, sagt der 30-Jährige. Bayer beendet jetzt nach 12 Jahren Leistungssport seine Laufbahn und zieht sich in seinen Beruf als IT-Sicherheitsbeauftragter zurück. In besonderer Erinnerung hat er auch seine Finalteilnahme bei der Europameisterschaften 2022 in München. 2019 stieß er bei den Landesmeisterschaften im VfL-Trikot erstmals über 20 Meter, später legte er noch einen halben Meter drauf.
Bayer hatte es nicht immer einfach mit seinen Rahmenbedingungen. Manchmal ist er mit seiner Kugel auf Feldwege hinausgegangen und hat in einen Acker gestoßen. Geboren in den USA wuchs er in Oberbayern auf und hatte als Kind mit ADSH zu kämpfen. „Der Sport war eine Chance, dies zu überwinden“, sagt er im Rückblick. Zuletzt machten ihm Rückenbeschwerden Probleme. Das Kugelstoßen benennt er auch als „Eisentherapie“. Unter diesem Titel schreibt er seit vier Jahren an einem Buch. „Ich höre jetzt mit dem Gefühl der Dankbarkeit an meine Trainer, Vereine und Familie mit dem Leistungssport auf“, sagt Bayer.
Mit 20,51 Meter hielt er gemeinsam mit seinem Vereinskameraden Marco Schmidt (VfL Sindelfingen) den württembergischen Rekord, den Eric Maihöfer (VfL Sindeflingen) zuletzt in Stuttgart mit 20,63 Meter überbot.